In einer kleinen Stadt lebten zwei Freunde. Der eine hieß Hans und der andere hieß Hasan. Hans war deutsch, Hasan Türke. Sie waren so gut befreundet, daß sie beschlossen gemeinsam einen Laden aufzumachen. Sie berieten sich, was für ein Laden es denn sein solle; schließlich einigten sie sich auf ein Teppichgeschäft. Hasan ging nun, sehr stolz, daß er nun bald in reicher Geschäftsmann wird zu seinen Landsleuten. Lauthals prahlte er: ‘Wenn ihr in Zukunft einen Teppich braucht, dann kommt in meinen Laden und kauft ihn dort!’ ‘Aber Hasan, du hast doch gar nicht genug Geld um einen Teppichladen aufzumachen; wie willst du denn das anstellen?’ entgegneten ihm seine Landsleute. ‘Zusammen mit meinem Freund, dem Hans, machen wir das. Er hat ein wenig Geld; gemeinsam machen wir das’ antwortete Hasan darauf. ‘Aber Hasan’ erwiderten Hasans Landsleute ‘du kannst doch nicht mit einem Christen zusammen ein Geschäft aufmachen! Das darfst du nicht!’ ‘Aber was soll ich denn dann machen?’ fragte Hasan. ‘Mache doch deinen Laden mit jemanden von uns auf’ schlug jemand aus dem Kreis der Landsleute Hasans vor. Ein anderer sagte: ‘Mache doch aus deinem Freund einen Muslim, dann kannst du ja trotzdem mit ihm einen Laden aufmachen.’ Diese Idde gefiel Hasan, denn er wollte um jeden Preis mit seinem Freund Hans gemeinsam diesen Laden aufmachen. Am nächsten Tag machte Hasan sich auf in Richtung Hans. ‘Du Hans! Ich muß dir etwas sagen; ich war gestern bei meinen Landsleuten und habe ihnen von unsrem Plan erzählt. Sie haben mir gesagt, daß ich mit dir keinen Laden aufmachen darf, weil du doch Christ bist.’ Hans war ganz verwundert, denn bis jetzt hatte es zwischen ihm und Hasan noch niemals Dialoge über Religion gegeben. ‘Was sollen wir denn dann machen, Hasan?’ fragte er. Hasan antwortete: ‘Sie haben mir auch die Lösung dazu gesagt; ist eigentlich ganz einfach. Wenn du Muslim wirst, dann können wir gemeinsam einen Laden aufmachen. Ist doch eine gute Idee, oder?’ Hans wurde immer verdutzter. Er hatte bis jetzt eigentich gar nicht daran gedacht, daß Hasan nicht wie er Christ war. Und über den Islam hatte er nur ein paar Informationen; er wußte, daß Muslime fünf mal am Tag beten müssen, daß sie im Ramadan fasten müssen, daß sie keinen Alkohol trinken dürfen. ‘Diese Idee finde ich gar nicht so gut, Hasan. Ich will doch gar nicht Muslim werden. Und zudem; ich kann doch nicht fünf mal am Tag niederknieen und beten.’ Schnell entgegnete Hasan: ‘Mensch Hans, ist doch gar kein Problem; ich bin doch auch Muslim; und hast du mich schon einmal beten gesehen? Nein, also. Du kannst doch auch Muslim sein ohne zu beten.’ ‘Gut Hasan; aber im Ramadan da müßt ihr doch fasten. Ich halte es aber sicherlich nicht aus, den ganzen Tag nichts zu esen und nicht zu trinken. Das schaffe ich nicht.’ Auch hierfür hatte Hasan schnell eine Antwort parat: ‘Hans, schau mal, hast du mich jemals Fasten gesehen? Wir sind doch nun schon solange Feunde, und hast du je von mir gehört, daß ich faste? Nein, ich faste nicht, und bin trotzdem Muslim.’ Hans war ein wenig erleichert, aber er hatte trotzdem noch seine Zweifel. ‘Hasan, den Muslimen ist doch Alkohol verboten; aber ich brauche unbedingt mein Feierabendbier; und auch sonst trinke ich doch gerne einmal. Auf das will ich nicht verzichten!’ ‘Mein Freund Hans’ erwiderte Hasan ‘du weißt doch, daß ich jeden Abend mit dir gemeinsam das Feierabendbier trinke. Und du weißt doch auch, daß ich auch gerne trinke. Und ich bin doch trotzdem Muslim.’ Hans war immer noch nicht überzeugt. ‘Hasan aber du weißt doch, daß ich gerne mal den Frauen hinterherschaue. Das ist doch im Islam verboten, oder?’ Auch darauf hatte Hasan eine Antwort: ‘Ich bin doch auch Muslim; und es gibt sicher niemanden, der öfters den Frauen hinterherschaut als ich. Also dies ist auch kein Hinderniss.’ Jetzt war Hans erleichtert; er dachte eine Weile nach und sagte dann: ‘Mensch Hasan, wenn das so ist, dann bin ich doch sowieso schon Muslim.’
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